Das ist ein Gastbeitrag von Corina Marcuti – Brandwatch:

Manchmal klingt alles unendlich einfach! Unternehmen „A“ (wir könnten es auch „B“ nennen) startet eine Social Media Kampagne, nutzt ein witziges Video oder eine findige Idee und schon verbreitet sich die Neuigkeit vom witzigen Video oder der findigen Idee im ganzen Internet. Der Name des Unternehmens „A“ ist in aller Munde, das Image wird verbessert und/oder die Verkaufszahlen steigen. Manchmal funktioniert so etwas. Bisweilen geraten Social Media Kampagnen allerdings auch zur Katastrophe.
Im Falle einer Katastrophe reden viele Menschen über das Unternehmen, aber nicht unbedingt im Sinne seiner PR- und Marketing-Berater. Schauen wir uns einmal fünf solcher Katastrophen an. Warum? Nun, vielleicht einfach aus Spaß. Vielleicht aber auch, um etwas zu lernen. Schließlich erfährt man auch dann viel darüber, wie erfolgreiche Social Media Kampagnen funktionieren, wenn man sieht, in welchen Fällen sie nicht funktionieren.

Dr Pepper und der Porno
Dr Pepper ist ein Getränk aus dem Hause Coca Cola. Um den Absatz dieses Getränks in Großbritannien zu stärken, erfand eine findige Agentur ein Facebook Gewinnspiel. An jeweils einen Facebook Fan der Getränkemarke wurde wöchentlich ein Preis von 1.000 britischen Pfund ausgezahlt. Die Bedingung für die Teilnahme an diesem Gewinnspiel: Jeder Fan musste eine Applikation installieren, die von der Agentur ausgesuchte Statusmeldungen in seinem Facebook Konto veröffentlichte. Das ganze war witzig gemeint. Wie witzig eine Statusmeldung wie beispielsweise „Was ist so schlimm daran, in die Dusche zu pinkeln?“ ist, mag jeder für sich entscheiden. Richtig problematisch wurde die Sache erst, als die Applikation einem 14-jährigen Mädchen die Statusmeldung „Habe gerade den Porno – Zwei Mädchen, eine Tasse – gesehen und dabei Hunger bekommen“. „2 Girls 1 Cup“ ist ein Porno, der Fäkalien thematisiert. Die Mutter des Mädchens war nicht amüsiert. Und da sie selbst mit dem Internet vertraut war, nutzte sie Social Media, um ihren Unmut sehr „lautstark“ zu äußern. Das Echo war immens und auch die klassische Presse nahm sich des Falls an. Dem Image von Dr Pepper dürfte diese „witzige“ Kampagne wohl eher nicht gedient haben.